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Projektskizze

Vorweg

Ein Antrag beim Fonds Missionarische Chance vom Oktober 2020 sicherte dem Neuanfang an der Lutherkirche Leer neben 22% der Gesamtkosten die wertvolle fachliche Begleitung durch die Missionarischen Dienste und die Gemeinwesendiakonie. Zugleich konkretisierten sich die Ideen vor Ort und führten zu diesen Überlegungen. - Sie warten darauf, in evangelischer Freiheit aufgenommen zu werden.

Uns bewegt

Es ist gemeinsame Überzeugung, dass ev.-luth. Kirche in Leer verlässlich einen Teil ihrer Kraft der Mission widmet. Kirchliches Leben wird aktuell in einer einmaligen Weise gefordert (u.a. Corona, Austrittszahlen, Traditionsabbruch). Die fünf Kirchengemeinden erreichen die Stadt geografisch flächendeckend; zugleich sind schmerzliche Lücken sichtbar bei bestimmten Milieus, Generationen, in der öffentlichen Diskussion. Neu an Stadtpastor*in ist der Auftrag, systematisch die blinden Flecken und die ganze Stadt in den Blick zu nehmen. Stadtpastor*in erhält durch die Kooperation der beteiligten Pfarrämter Rat und Tat, nicht-finanzielle Ressourcen, Erprobungsraum. Die Beteiligung an 50% der Kosten durch die Freund*innen der Lutherkirche ein Jahr vor Projektbeginn zeigt, dass auch die Gemeindeglieder den Aufbruch an Luther Leer fördern und fordern. 
Die befristete Unterstützung durch Landeskirche und Kirchenkreis ermöglicht Stadtpastor*in nachhaltig Wirkung in die ganze Stadt hinein zu entfalten. Wir gestalten einen Teil von Kirche anders, ohne das parochiale System zu verlassen. 
Uns begeistert die Vorstellung, mit Stadtpastor*in wichtige Impulse zur "Kommunikation des Evangeliums" zu setzen: 
  • Aufsuchen: Kirche(n) verlassen, Kirche im Dialog. 
  • Öffnen: Die Lutherkirche als inklusiven spirituellen Ort für Stadtbewohner*innen und Tagestouristen profilieren. 
  • Begleiten, initiieren und moderieren: Diskussionen in der Stadtgesellschaft 
  • Bilden: Bildungsreisen, Glaubenskurse, Sommer- und Herbstakademie 
  • Informieren: Elementarwissen, Social Media 
  • Helfen: Wege verlassen, Menschen ermutigen, Kooperationen mit anderen Akteuren
  • Feiern: Passionspunkte, Historisches Altstadtfest, Gottesdienste an dritten Orten
  • richtig.mutig.zeitgemäß: genügend Kontur, genügend Freiraum. Entsprechend den Charismen von Stadtpastor*in kann Evangelische Spiritualität in Jugendarbeit, Hauskreisen, Kirchentagen, Ökumene, Taufen, Benediktionen, Salbungen, Tagzeiten, Stadtkloster auf Zeit, Beichte, Exerzitien, Familienfreizeiten, Pilgern, bildender Kunst, (...). entfaltet werden. 
I.U. zur klassischen Citykirchenarbeit ist das zeitweise Verlassen der Kirchorte, die Entdeckung neuer Orte Programm. Innovativ sehen wir den Ansatz, Stadtpastor*in als Ergänzung zur Arbeit der fünf beteiligten Kirchengemeinden zu planen, nicht in Konkurrenz.

Strategische Ziele

Mit der Beauftragung von Stadtpastor*in verbinden sich diese strategischen Ziele: 
  • In den fünf kooperierenden Kirchengemeinden entsteht ein Bewusstsein für "Kirche in der Stadt", Regionalisierung wächst über Inhalte und Kooperation, zunächst arbeiten Menschen zusammen, dann finden Strukturen zueinander. 
  • Erhöhte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit: Stadtpastor*in wird zur Stimme der Stadtmission. 
  • Impulse entstehen komplementär zu den kooperierenden Kirchengemeinden. 
Folgende Handlungsziele bzw. Maßnahmen sind geplant, zuerst intern
  1. Ab Dienstbeginn monatliche Stadtkonferenz der Pfarrämter. 
  2. Runder Tisch Stadtpastor*in und Evangelisch in Leer wächst, begleitendes Netzwerk aus Menschen, die bewusst über die Grenzen der Parochie hinauswirken wollen, denen eine vereinskirchliche Perspektive z.T. zu eng ist. 
  3. Verständigungsprozess anstoßen über örtliche Antworten auf die Corona-Pandemie. 
  4. Bestärkung des guten ökumenischen Miteinanders. 
  5. Austausch mit anderen Ephoralkirchengemeinden der Landeskirche in Mittelzentren. 
Extern
  1. Stadtpastor*in entdeckt Orte, an denen Glauben in der Luft liegt - und bespielt sie mit den dort befindlichen Menschen (z.B. Lutherfriedhof, Wochenmärkte, Hafen, Bahnhof) [Extension] 
  2. Stadtpastor*in entwickelt Konzepte und thematische Projekte für die verlässlich geöffnete Lutherkirche und macht den ausstrahlungsstarken Kirchenraum verschiedenen Milieus und Besuchergruppen (u.a. Touristen) niederschwellig zugänglich. Kirchort Lutherkirche verlässlich öffnen, Signet "Offene Kirche", Kooperation mit "Kirche und Tourismus" [Integration] 
  3. Qualitativ: Etablierung der Marke "Stadtpastor*in" in der ganzen Stadtgesellschaft 
  4. Quantitativ: Zahl der Follower, Kontakte auf den Märkten der Stadt, Spendenaufkommen wächst. 
  5. Binnenkirchliche Kommunikation verlassen, auch Privates in die Öffentlichkeit (vgl. Sinnfluencer wie "Anders Amen"). Pro Jahr zwei Titelstories: Evangelische Kirche überrascht. 
  6. Bestehende Kooperationen mit den Schulen ausbauen 
  7. Mitgliederbindung: "Flatten the curve" der Austritte (Austrittsbereitschaft senken), Akzeptanz, Wohlwollen besonders der Kritischen gewinnen.

Kriterien für das Gelingen des Projekts:

  1. Die Freund*innen tragen 2026 50% der Personalkosten. Stadtpastor*in trägt sich selbst. Sind bereits zum jetzigen Zeitpunkt ohne Kenntnis der Person und ihrer Arbeit in 6 Monaten die Hälfte der Personalkosten verlässlich aufgebracht, wird das aufgrund segensreicher Arbeit zum Ende des Projektzeitraums für das gesamte Projekt zutreffen. 
  2. Traditionsbildend und nachhaltig: In fünf Jahren entstehen Traditionen, die aus dem Leben der Stadt nicht wegzudenken sind. 
  3. Attraktiv: Ein Pool projektbezogener Mitarbeitenden entsteht (Netzwerk "Evangelisch in Leer", Runder Tisch Stadtpastor*in). 
  4. Eine begeisternde Dynamik von Integration an den Ort "Lutherkirche" (Standbein) und Extension in die Stadt (Spielbein) hat sich entwickelt. Ein überregional ausstrahlendes Projekt ist entstanden. Die Lutherkirche ist u.a. auch durch die "Themenjahre" ein über die Gemeindegrenzen hinaus ausstrahlender Kirch- und Kulturort geworden. 
  5. Innovativ: Es sind Orte und Verheißungen der Stadt sichtbar geworden, die bisher unberücksichtigt waren. 
  6. Eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit - social media - wurde entwickelt und kommt den Kirchengemeinden zu Gute. 
  7. Stadtpastor*in ist in Leer zu einer Marke geworden. 
  8. Kooperationen erweisen sich als zukunftsweisend - innerkirchlich und sozialräumlich - und werden systematisch ausgebaut. 
  9. Ein Bläser-, Gitarren-, oder Bandensemble ist entstanden. 
  10. Ein loses Netzwerk von nordwestdeutschen Mittelzentren ist entstanden. 
  11. Die Lutherkirchengemeinde erkennt die segensreiche Frucht, zu der sie mit ihrer 0,5 Pfarrstelle beigetragen hat.

Projektverlauf - vorbehaltlich;-)

  • 4/2021 Ausschreibung
  • 7/2021 Projektbeginn, Analyse des Sozialraums, professionelle Suchbewegung nach den Bedarfen der Menschen unserer Stadt, Etablierung "Runder Tisch Stadtpastor*in", social Media Präsenz 
  • 7/2021 "Kulturnacht Kirche" (jährlich) 
  • 10/2021 Kommunalwahl mit Bürgerkanzel 
  • 01/2022 Beginn von Themenjahr "Bildung" 
  • 03/2022 Anmietung eines vorübergehend leerstehenden Ladenlokals (Church-Shop) - wechselnde Standorte 
  • Karwoche 2022: "Passionspunkte. Abendandachten an wunden Punkten der Stadt Leer" (jährlich) 
  • 07/2022 Sommerakademie an der Lutherkirche (jährlich) und verlässliche Öffnung der Lutherkirche 
  • 11/2022 "Herbstakademie - Gedanken, die weiterhelfen" (jährlich) 
  • 01/2023 Beginn Themenjahr "Aufsuchen" 
  • 05/2023 Historisches Altstadtfest 
  • 06/2023 Zwischenbilanz Stadtpastor*in: Konferenz mit den Missionarischen Diensten 
  • 07/2023 500 Jahre Ev. Gottesdienst - Luthers Beitrag als Chance für das Ökumenische Gespräch in Leer 
  • 01/2024 Beginn Themenjahr "Helfen" 
  • 01/2025 Beginn Themenjahr "Feiern" 
  • 08/2025 Konferenz nordwestdeutscher Mittelzentren mit Ephoralkirchen 
  • 01/2026 Beginn Themenjahr "Begleiten"